Angel- und Gewässerordnung des ″ASV Petri-Heil″ Bad Orb e. V.

1. Allgemein

1.1. Gesetzliche Vorschriften

Für die Ausubung der Angelei gelten für alle Vereinsgewässer die jeweils aktuellen gesetzlichen Bestimmungen. Insbesondere werden auf die Vorschriften z Mindestmaßen und Schonzeiten, auf das Verbot der Hälterung und die Vorschriften für das Zurücksetzen der Fische hingewiesen. Darüber hinaus sind bei

der Fischereiausübung die hierzu gesondert ergangenen vereinsinternen Vorschriften und für die Hess. Sinn auch die Vorgaben des jeweils gültigen Hegeplanes streng einzuhalten. Jedes Mitglied hat sich vor Beginn der Ausübung der Angelei über die aktuellen Vorschriften zu informieren. Gastangler verpflichten sich mit dem Erwerb des Erlaubnisscheines zur Einhaltung auch der Vereinsbestimmungen.

 

Verstöße gegen die Bestimmungen ziehen in jedem Falle eine sofortige Gewässersperre und ggfs. zusätzlich Ahndungsmaßnahmen bis hin zum Vereinsausschuss nach sich. Die vereinsinternen Bestimmungen zur Fischereiausübung und die Vorgaben des Hegeplanes sind in dieser Angel- und Gewässerordnung geregelt. Änderungen oder Nachträge der Angel- und

Gewässerverordnung werden durch Aushang und/oder durch Rundschreiben bekannt gegeben.

 

1.2. Haftung

Das Betreten und das Ausüben der Angelei an den vereinseigenen oder durch den Verein angepachteten Gewässern erfolgt für das Mitglied oder den Gastangler ausschließlich auf eigene Gefahr.

Eine Haftung durch den ASV Bad Orb ist ausgeschlossen.

 

1.3. Verhalten der Mitglieder am Wasser

Die Mitglieder des ASV Bad Orb sind Umweltschützer und zeigen dies in ihrem Verhalten. Sie nehmen besondere Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt am Gewässer. Das Verhaten allerAngler untereinander soll durch Kameradschaft bestimmt sein, sie helfen einander. Dies gilt insbesondere auch gegenüber dem

Gastangler das ASV Bad Orb. Fangfertige Geräte dürfen nur dort mitgeführt werden, wo auch die Erlaubnis zum Fang besteht. Der Angelplatz ist nach der Angelei sauber zu verlassen.

 

1.4. Fischereiaufsicht und Kontrolle

Außer den amtlichen Kontrollpersonen und den Vorstandsmitgliedern ist auch jedes Mitglied berechtigt und verpflichtet, ihm unbekannte Angler an Vereinsgewässern zu überprüfen. Personen, die an den Vereinsgewässern angeln, haben den Kontrollpersonen Auskunft zu erteilen und die erforderlichen Ausweispapiere, die

vorgeschriebenen Gerätschaften und ihren Fang vorzuzeigen.

 

1.5. Fangstatistiken

Die Fangstatistiken (Ort, Zeit, Fang, Größe, Gewicht etc.) sind wichtige Grundlagen für die Bewertung des Fischbestandes durch die Gewässerwarte. Der Verein ist außerdem gesetzlich verpflichtet, genaue Nachweise über Fang und Besatz zu führen. Jedes Mitglied und Gastangler haben deshalb ihre Fangstatistik

vollständig noch am Fischwasser auszufüllen. Hierbei genügt es nicht, lediglich Tag, Gewässer, Anzahl und Art der Fische zu vermerken, es müssen in jedem Fall auch Größe und Gewicht der Fische angegeben werden. Falls erforderlich, ist ein geson-

dertes Blatt zu benutzen. Fehlanzeigen sind zu vermerken. Dies dient nicht in erster Linie der Kontrolle der Angler, sondern ist notwendige Grundlage für die Bewirtschaftung der Vereinsgewässer. Die Statistik ist unentbehrlich bei Schadensersatzforderungen bei Fischsterben oder Gewässerverunreinigungen. Mit-

glieder, die mit der Abgabe einer vollständigen Fangstatistik in Verzug sind, erhalten neue Fischereierlaubniskarten erst nach Abgabe ihrer Fangberichte.

1.6. Unterhaltung und Pflege der Vereinsgewässer

Für jedes Jahr der aktiven Mitgliedschaft ist eine Arbeitsleistung zur lnstandsetzung der Vereinsgewässer und deren Anlagen und Einrichtungen zu erbringen. Die Anzahl der zu leistenden Stunden, bzw. Entgelt ist aus der Beitragsordnung ersichtlich. Zur Arbeitsleistung sind alle aktiven, männlichen Mitglieder von 16 - 65 Jahren

verpflichtet. Schwerbehinderte ab einem Grad der Behinderung von 80% sind von der Arbeitsleistung befreit. Die vom Mitglied zu erbringende Arbeitsleistung erfolgt ohne Haftungsanspruch an den ASV ″Petri-Heil″ Bad Orb.

 

Die Termine für die Arbeitsleistungen werden von dem Vorstand rechtzeitig durch Rundschreiben und/oder Aushang bekannt gemacht. Während des Arbeitseinsatzes an einem Vereinsgewässer ist das Angeln an diesem Gewässer verboten. Dies gilt

nicht für Gastangler.

 

1.7. Gewässersperre

Das Angeln an allen Vereinsgewässern ist während Vereinsversammlungen und Vereinsveranstaltungen bis 2 Std. nach der jeweiligen Versammlung/Veranstaltung untersagt. Unter besonderen Umständen oder Gegebenheiten ist der Vorstand berechtigt, ein Vereinsgewässer zu sperren.

 

1.8. Besondere Ereignisse am Gewässer

Jedes Mitglied ist verpflichtet, auf Fischfrevel und Fischwilderei,      Gewässerverunreinigung, Fischsterben, Fischkrankheiten, unrechtmäßige Veränderungen am Gewässern, Ufern und der Natur oder sonstigen Störungen der Ordnung am Fischwasser, zu achten und der zuständigen Polizeidienststelle und dem Vorstand unverzüglich anzuzeigen.

 

2. Ausübung der Fischerei

2.1. Fischereipapiere

Beim Fischen sind vom Mitglied und/oder vom Gastangler mitzuführen

a) GültigerJahresfischereischein

b) Gültiger Fischereierlaubnisschein (Mitgliedsausweis mit Fangliste bzw. Gastkarte 

    mit Fangliste)

c) Nachweis über die erforderliche Ablegung der Fischerprüfung. Aktiven Mitgliedern

   (gilt nicht für Gastangler) ist es erlaubt, Personen, die nicht im Besitz eines gültigen

  Jahresfischereischeines sind, unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben über die

  Rechte eines ″Fischereigehilfen″ unter ihrer ständigen Aufsicht und Bereitstellung

  ihrer Ausrüstung die Angelei ausüben zu lassen. Es ergeben sich aber hieraus

  keine erweiterten Rechte zu Rutenzahl, Fangmenge etc. für Mitglieder oder

  Gehilfen.

 

2.2. Angelgeräte und Fangmethoden

Beim Fischen sind mitzuführen: Unterfangkescher, Hakenlöser, Zange, Fischwaage, Messer und Maßband. Erlaubt sind 2 Handangeln, Jugendlichen bis 14 Jahren jedoch nur 1 Handangel. Wird die Flug- oder Spinnangelei betrieben, darf jeweils 1 Rute benutzt werden. Die Angelruten sind ständig zu beaufsichtigen, der Angler muss sofort eingreifen können. Bei Nichtbefolgen können die unter Punkt 1.4. angegebenen Personen, solche Geräte einziehen und bis zur Klärung der Sachlage sicherstellen. Für den Fischfang mit natürlichen Ködern tierischen oder pflanz-

lichen Ursprungs, ganz besonders beim Angeln auf Cypriniden ist nur ein Einfachhaken zugelassen. An künstlichen Spinnködern können Mehrfachhaken verwendet werden. Beim Angeln mit totem Köderfisch auf Raubfisch sind ″Systeme″ zugelassen. Das Anfüttern in den dafür zugelassenen Gewässern hat so mäßig

zu erfolgen, dass zum einen das Futter aufgenommen werden kann und zum anderen unnötige Gewässerbelastungen vermieden werden.

 

2.3. Behandlung des maßigen Fisches, der keiner Schonung unterliegt

Der Fisch ist nach dem Biss so schnell wie möglich zu lande und grundsätzlich mit dem Unterfangkescher aus dem Wasser zu heben. Nach dem Fang ist der Fisch durch einen oder mehrere Schläge auf den Hinterkopf zu betäuben und durch Herzstich zu töten oder in einem Setzkescher vorübergehend zu hältern.

Es dürfen nur solche Setzkescher verwendet werden, die den gesetzlich vorgeschriebenen Maßen entsprechen. Das Zurücksetzen maßiger und nicht einer Schonzeit unterliegenden Fische ist verboten, da es aus dem Verständnis der Fischwaidgerechtigkeit keinen vernünftigen Grund gibt, einen maßigen und nicht

einer Schonzeit unterliegenden Fisch nur aus Freude am Drill zu fangen.

 

2.4. Behandlung des untermäßigen, bzw geschonten Fisches

Der Fisch ist besonders schonend zu behandeln, damit weder Schuppen herausgerissen noch die Schleimschicht der Oberhaut beschädigt werden. Nach Möglichkeit ist er im Wasser zu belassen, der Angelhaken ist mit einem Hakenlöser vorsichtig zu entfernen. Der Fisch ist sorgfältig zurückzusetzen. Erschöpfte

Fische sind solange in der Hand zu halten, bis sie wieder schwimmfähig sind. Nicht mehr lebensfähige Fische sind zu töten. Sie dürfen nicht vermarktet, in den Verkehr gebracht oder sonst verwertet werden.

 

2.5, Mindestmaße und Schonzeiten

Die Fangverbote, Mindestmaße und Schonzeiten regelt u. a. die Hess. LFO (Landesfischereiverordnung) in ihrer jeweils gültigen Fassung.

 

Fischart

Schonzeit

Mindestmaß in cm

Aal

1.10-1.3.

50

Äsche

1.3. - 15.5.

30

Bachforelle

15.10. - 31.3.

25

Bachsaibling

15.10. - 31.3.

25

Barbe

1.5. - 15.6.

38

Dreistachliger Stichling

1.5. - 30.6.

-

Gründling

15.4. - 30.6.

-

Hecht

1.2. - 15.4.

50

Karpfen (Teichform)

-

35

Karpfen (Wildform)

15.3. - 31.5.

45

Moderlieschen

1.5. - 30.6.

-

Nase

15.3. - 30.4.

25

Regenbogenforelle

-

22

Rotfeder

15.3. - 31.5.

20

Schleie

1.5. - 30.6.

26

Schmerle

15.4. - 30.5.

-

Wels

15.5. - 15.7.

60

Zander

15.3. - 31.5.

45

 

Abweichen von der Hess. LFO hat der ASV Bad Orb durch Mitgliederbeschluss zur besonderen Schonung bei einigen in den Vereinsgewässern vorkommenden Fischarten die Schonzeit und Mindestmaße geändert.

 

Fischart

Schonzeit

Mindestmaß in cm

Äsche

1.3. - 15.5.

35

Barbe

1.5. - 30.6.

40

Bachforelle

15.10. - 31.3.

30

Hecht

1.2. -31.5.

50

Nase

15.3. - 30.4.

30

Zander

1.2. - 31.5.

45

 

Alle Maße gelten von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse.

 

2.6. Fangbeschränkungen an den jeweiligen Vereinsgewässern

Es gelten folgende Fangbeschränkungen an den Vereinsgewässern:

 

T = höchstens am Tag

W = höchstens in der Woche

Fischart

Haselweiher

Waschweiher

Hess. Sinn

Äsche

-

-

3 T / 6 W

Barbe

-

-

2 T / 6 W

Forelle

2 T / 6 W

3 T / 6 W

 3 T / 6 W

Hecht

1 W

1 T / 2 W

-

Karpfen

1 T / 3 W

2 T / 4 W

-

Schleie

2 T / 6 W

3 T / 8 W

-

Zander

1 W

1 W

 

 

ln jedem Fall sind aber die aktuellen Fangverbote und Bestimmungen zu beachten.

 

2.7. Besondere Bestimmungen für die Hess. Sinn

Die Gewässergrenze verläuft ab der ″Weißen Brücke″ (ehem. Gerhäuser)  flussabwärts bis zum Grenzpunkt Bayerische Landesgrenze, Grenzstein 28,5 (in Höhe Dittenbrunner Brücke). Das Gewässer ist vom 15.3.-15.6. gesperrt. Das Anfüttern ist auf der gesamten Strecke gänzlich verboten. Gefischt werden sollte

nur mit künstlichen Ködern (gilt nicht für Aalfang). Ein Durchwaten entlang des Flusslaufes ist verboten. Auflagen und Bestimmungen des jeweils gültigen Hegeplanes sind einzuhalten.

 

2.8. Besondere Bestimmungen für den Haselweiher

Das Gewässer ist vom 01 .11. bis einschließlich 31.03. für das Angeln auf Salmoniden und Cypriniden gesperrt. Mit ausschließlich toten Köderfischen (Mindestmaß 15 cm) dürfen aktive Vereinsmitglieder vom 01.11. unter Einhaltung aller gesetzlichen Mindestmaße, Schonzeiten, vereinsinternen Bestimmungen und nur mit einer Handangel an Sonn- und Feiertagen auf Hecht fischen.

 

3. Ordnungswidrigkeiten, Verbote und deren Auswirkungen

3.1. Ordnungswidrigkeiten und Verbote

Es ist verboten:

- mit gefärbten Maden;

- mit lebenden Köderfischen;

- mit mehr als zwei Ruten;

zu angeln.

  

Weiterhin ist es verboten:

- untermaßige und einer Schonzeit unterliegende Fische zu entnehmen oder in

  den Verkehr zu bringen.

- Setzkescher zu verwenden, die nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Maßen

  entsprechen.

- maßige und nicht unter einer Schonzeit gefangene Fische zurückzusetzen.

- das Legen von Schnüren und Reusen.

- das Stellen von Krakeln und Kosaks.

- ausgelegte Ruten unbeaufsichtigt zu lassen.

- entgegen der jeweils gültigen gesetzlichen und vereinsinternen Bestimmungen und

   Vorschriften zu handeln.

 

3.2. Auswirkungen bei Verstoss gegen diese Angel- und Gewässerordnung

Verstöße gegen diese Angel- und Gewässerordnung ziehen in jedem Falle sofortige Gewässersperre, Ahndungsmaßnahmen bis zum eventuellen Vereinsausschluss nach sich, unabhängig von etwaiger Strafverfolgung durch die Rechtssprechung.

 

Diese Gewässerordnung wurde durch die Mitgliedersammlung am 28.03.03 so beschlossen und tritt ab 29.03.03 in Kraft.

 

ASV ″Petri-Heil″ Bad Orb e. V.